Ausgebremst

Aus meinem Transite-Tagebuch
Saturn Quadrat Mars/Merkur

Als Astrologin beobachte ich natürlich meine Transite. Nichts ist lehrreicher und spannender, als am eigenen Leib zu erfahren, was Planetenbewegungen auslösen. Wie oben – so unten. Tut sich am Himmel was, dann verändert sich auch was in unserem Leben.

Im Februar 2016 bildete Saturn im Transit ein Quadrat zu Mars und Merkur in meiner Radix. Was heißt das?

Gleich zwei Persönlichkeitsanteile waren angesprochen.

Merkur, der Götterbote, steht in unserem Horoskop für Bewegung und Kommunikation. Er beschreibt die Art und Weise, wie wir mit anderen Menschen in Kontakt treten, wie wir Informationen aufnehmen und verarbeiten. Unsere Sprach- und Atmungsorgane sowie der Bewegungsapparat sind ihm zugeordnet. Insbesondere Finger, Gelenke und alles, was beweglich ist, sind Merkur-Themen.

Unser Wille und Handlungsimpuls wird Mars zugeordnet. Hier wird nicht lange gefackelt, sondern agiert. So verkörpert Mars unsere Tatkraft und Energie, die nicht hinterm Berg halten will. Kampfbereitschaft,
(Immun)Abwehr und Sportlichkeit sind marsische Energien.

Merkur und Mars stehen in meiner Radix in Haus 3 im Tierkreiszeichen Jungfrau. Wenn es um Bewegung und Sport geht, bin ich gesundheitsbewusst und vernünftig. Mit Bedacht und regelmäßig, dann soll’s mir recht sein.

Wenn ein Saturn-Transit naht und einen Spannungsaspekt zu Planeten im Geburtshoroskop bildet, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ernsthafte Reifungsprozesse anstehen. Einschränkung statt Ausdehnung, Reduktion auf das Wesentliche und Verdichtung sind typische Saturn-Themen. Oft geschieht dies durch äußere Einflüsse in Form von Hemmnissen oder Widerständen. Wir sind in unseren Möglichkeiten begrenzt und sehen uns gezwungen, mit dem Auferlegten fertig werden zu müssen. Dabei gilt es, sich in Geduld zu üben und Leistung zu erbringen, ausdauernd und gründlich.

Im Februar 2016, als das Saturn-Quadrat zu Mars/Merkur exakt wurde, endete meine dreijährige Astrologieausbildung. Dies war natürlich keine Überraschung, stimmte mich dann aber doch melancholischer als vermutet.
Die geliebten Fahrten nach Köln und die regelmäßigen Treffen mit KollegInnen waren erstmal auf Eis gelegt. Der Rhythmus, den die Ausbildung mit sich gebracht hatte, war beendet. Nun musste ich mir selbst eine Struktur schaffen, um weiterzulernen.
Außerdem musste ich meine Homepage auf Vordermann bringen, da sie mit Abschluss der Ausbildung ans Netz ging.

Saturn machte mir unmissverständlich klar, worum es ging. Schluss mit lustig. Jetzt wird’s ernst.
Damit ich meine Aktivitäten auch wirklich auf das Notwendige reduziere, bescherte mir der Monat März eine Grippe, die mich wochenlang ans Bett und die Couch fesselte. Kommunikation und Bewegung waren somit stark eingeschränkt und ich konnte nicht mal eben so, wie ich wollte.
Den „Tag der Astrologie“ am 21. März feierte ich nicht mit Gleichgesinnten, sondern alleine zu Hause.
Nach wochenlangem Auskurieren tat mir der Rücken weh. Meine Muskulatur war geschwächt und ich musste sie langsam und gründlich wieder aufbauen.

Bei allem Frust erfüllte der Transit seinen Zweck. Ich kümmerte mich um die Veröffentlichung meiner Homepage und machte mir einen eigenen Lernplan, nur für mich alleine. Konsequent widmete ich täglich einige Stunden dem Lernen von Astronomie und Geschichte-der-Astrologie, um mich auf eine spätere Prüfung vorzubereiten. Außerdem machte ich mir Gedanken darum, wie der Austausch mit KollegInnen in Zukunft aussehen soll. Als Lösung boten sich Skype-Fortbildungen und gemeinsames Lernen mit einem befreundeten Kollegen an.

Im Mai wurde Saturn rückläufig und der Spannungsaspekt löste sich auf.
Ich hatte echte Ergebnisse erzielt und war zufrieden mit mir.
Gespannt war ich auf den Herbst.
Im November wurde das Quadrat zum zweiten und vorerst letzten Mal exakt.

Während ich zuvor viel mit Freundinnen unternommen hatte, wurde es plötzlich wie auf Knopfdruck still. Als hätten sich alle abgesprochen, hatte niemand Zeit. Verabredungen kamen nicht zustande und ich stand noch einmal vor der Aufgabe, ernsthaft und auf Wichtiges reduziert meine Zeit zu verbringen.

Die Renovierung unseres Gästezimmers hatte ich lange vor mir her geschoben, weshalb mich ein schlechtes Gewissen plagte.
Die Dachschräge verdirbt einem die Freude beim Streichen, das Über-Kopf-Arbeiten ist ungewohnt und anstrengend. Und wie schnell hat man da immer wieder neue Ausreden parat.
Nun galt es, endlich die unliebsame Arbeit anzupacken und fertig auszuführen. Da ich mit schmerzhaften Muskelverspannungen rechnete, vereinbarte ich begleitende Behandlungstermine bei meiner Physiotherapeutin.

Der Spaß beim Arbeiten hielt sich in Grenzen, zumal ich von einer hartnäckigen Erkältung heimgesucht wurde. Aber als alles fertig war, machte sich ein gutes Gefühl in mir breit.

Fazit
Saturn versteht keinen Spaß. Er prüft und legt uns Mängelberichte vor. Unmissverständlich gibt er uns zu verstehen, woran wir arbeiten
müssen. Langzeitergebnisse sind nur mit Saturn möglich.
Gleichzeitig sorgt er für Strukur und fordert uns zu Selbstdisziplin und Eigenverantwortung auf. Ohne ihn wären wir haltlos.
Saturn-Transite bieten uns die Chance, zu reifen und in Würde zu altern. Und genau das sollten wir uns nicht entgehen lassen.

 

 

 

 

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